Katholische Arbeitnehmer bekämpfen prekäre Arbeit

Experten aus Politik und Kirche unterstützen Anliegen des Sozialverbandes

Köln. „Die Kirche muss zu prekären Arbeitssituation deutlich Stellung beziehen und gleichzeitig Angebote im Bereich Bildung und Weiterbildung anbieten, um Arbeitnehmende aus prekären Arbeitsverhältnissen zu holen“, fordert der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck während einer Diskussion im Rahmen der 17. Bundesdelegiertenversammlung der KAB Deutschlands. Mit dem Leitantrag „WERTvoll arbeiten  - menschenwürdig statt prekär“ will der katholische Sozialverband offensiv prekäre Arbeit bekämpfen.

Die Delegierten konstatieren, dass in der Regel prekäre Arbeitsverhältnisse nicht ausreichen, um eine gesicherte Existenz der Arbeitenden und ihren Familien zu ermöglichen. Zudem können „prekär Arbeitende nicht ihre Rechte in vollem Maße wahrnehmen“. Die Delegierten haben sich mit ihrem Beschluss zum Leitantrag verpflichtet, „im Verband Projekte voranzubringen, die aufzeigen, wie menschenwürdiges Arbeiten, nachhaltiges Wirtschaften und die Sorge für kommende Generationen funktionieren können“.

Zudem müsse in einer zunehmenden digitalisierten Arbeitswelt die Mitbestimmung angepasst und gestärkt werden, um eine Sozialpartnerschaft auf Augenhöhe zu garantieren. Der katholische Sozialverband fordert daher die Mitbestimmung zu erweitern. Für Diskussionsteilnehmerin Kerstin Griese, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesarbeitsministerium, sind bereits in dieser Legislaturperiode mit dem Mindestlohngesetz, dem Betriebsrätemodernisierungsgesetz, dem Lieferkettengesetz und der Pflegereform wichtige Schritte zu „guter Arbeit“ national und international vorangetrieben worden.

Die KAB hat sich dagegen mit dem Leitantrag zum Ziel gesetzt „prekäre Arbeit abzuschaffen – in Deutschland und in der Welt, aber auch in unserer Kirche“. Dabei will die KAB mit Partnerverbänden in der Weltbewegung Christlicher Arbeitnehmer (WBCA) und in einer Brückenfunktion zu den Gewerkschaften und Kirche gemeinsam eine „politische Handlungsmacht für gute Arbeit, den freien Sonntag und die Rechte der Arbeitnehmer:innen“ ausbauen.

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