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03.03.2019

Ohne Sonntag ist kein Staat zu machen!

Bundesweite Sonntagsallianz erinnert an gesetzlichen Sonn- und Feiertagsschutz im Grundgesetz

„Politik und Wirtschaft müssen dem Sonntagsschutz als Verfassungsrang stärker Geltung verschaffen!“ Dies fordert das Netzwerk „Allianz für den freien Sonntag“ am 3. März, dem „Internationalen Tag des freien Sonntags“. Zunehmend werde der im Grundgesetz verankerte Sonntagsschutz aus kommerziellen und wirtschaftlichen Gründen ausgehebelt.

Gesellschaft und Staat haben darauf zu achten, dass gemeinsame, arbeitsfreie und soziale Zeit für möglichst alle Bürger_innen gewährleistet ist. „Als Christinnen und Christen müssen wir Widerstand leisten gegen eine Wirtschaft, die den Menschen nur noch unter dem Aspekt der wirtschaftlichen Verwertbarkeit als Konsument und Produzent versteht“, betont Maria Etl, Bundesvorsitzende der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung Deutschlands (KAB). Nicht der Mensch habe sich der Wirtschaft zu unterwerfen, sondern die Wirtschaft habe dem Menschen zu dienen, betont deshalb Dr. Ralf Stroh vom Evangelischen Verband Kirche-Wirtschaft-Arbeitswelt (KWA). „Der arbeitsfreie Sonntag ist kein Relikt der Vergangenheit, sondern die angemessene Form, sich den Herausforderungen der Zukunft zu stellen“, so Dr. Stroh. Der Sonn- und Feiertagsschutz ist kein Luxus, sondern unverzichtbares Gestaltungselement freier Gesellschaften. Ohne arbeitsfreien Sonntag gibt es keine soziale Gesellschaft mehr, sondern nur noch Wettbewerb und Konkurrenz“, erklärt Stefanie Nutzenberger, Vorstandsmitglied der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di).

 „Wir erteilen den Bestrebungen von Wirtschaft und Handel eine Absage, den Sonntagsschutz aus wirtschaftlichen Gründen weiter auszuhebeln“, sagt Erwin Helmer von der Katholischen Betriebsseelsorge. Erstmals vor gut hundert Jahren wurde in Deutschland der Sonntagsschutz trotz wirtschaftlich und gesellschaftlich angespannter Situation in der Weimarer Verfassung festgeschrieben und nach dem 2. Weltkrieg von den Müttern und Vätern des Grundgesetzes erneut bestätigt.

Die Trägerorganisationen der Allianz für den freien Sonntag sehen in der rechtlichen Absicherung der arbeitsfreien Sonn- und Feiertage ein wesentliches Element des gesellschaftlichen Zusammenhaltes. „Ohne den Schutz der arbeitsfreien Sonn- und Feiertage ist kein Staat, keine menschenwürdige Gesellschaft zu machen“, betont das kirchlich-gewerkschaftliche Bündnis. Bundesweit kämpft die Allianz für den freien Sonntag juristisch gegen die ausufernden Sonntagsöffnungen im Einzelhandel.  

 

Allianz für den freien Sonntag (www.allianz-fuer-den-freien-sonntag.de)

Kontakt: KAB Deutschlands e.V. (www.kab.de)

Bernhard-Letterhaus-Str.26, 50670 Köln, Tel.: 0221/7722-130 Fax: 0221/7722-135

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