Glaube zeigt sich öffentlich. In Solidarität, nicht in Sonntagsreden.

Glaube ist keine private Nebensache. Er betrifft das Leben der Menschen, ihren Alltag, ihre Sorgen, ihre Hoffnungen und ihre Würde.

Als KAB im Bistum Essen sind wir überzeugt: Christlicher Glaube zeigt sich nicht nur im Gottesdienst, nicht nur in Worten und nicht nur in feierlichen Bekenntnissen. Er zeigt sich dort, wo Menschen füreinander einstehen, wo Ungerechtigkeit nicht hingenommen und wo Solidarität konkret gelebt wird.

Gerade in einer Zeit, in der viele Menschen unter Druck stehen, in Unsicherheit leben oder sich gesellschaftlich abgehängt fühlen, braucht es einen Glauben, der nicht auf Distanz bleibt. Es braucht einen Glauben, der sich einmischt. Einen Glauben, der Partei ergreift für die Würde des Menschen, für soziale Gerechtigkeit und für eine Gesellschaft, in der niemand übersehen wird.

Für die KAB gehört das untrennbar zusammen. Unser Glaube ist Grundlage unseres Einsatzes für menschenwürdige Arbeit und Leben, für Teilhabe, für Mitbestimmung und für den Schutz der Schwächeren. Wie es dem Selbstverständnis der KAB entspricht, geht es darum, auf der Basis der biblischen Botschaft und der kirchlichen Sozialverkündigung Einfluss auf Politik, Wirtschaft, Kirche und Gesellschaft zu nehmen und Missstände nicht zu verschweigen, sondern Veränderung zu organisieren.

Deshalb darf christlicher Glaube nicht folgenlos bleiben. Wo Menschen in prekären Arbeitsverhältnissen leben, wo faire Löhne fehlen, wo Familien unter Dauerbelastung stehen oder ältere und benachteiligte Menschen an den Rand gedrängt werden, braucht es nicht nur Mitgefühl, sondern Haltung und Handeln. Solidarität ist keine fromme Formel. Sie ist ein öffentlicher Auftrag.

Wie die stellvertretende Diözesanvorsitzende Jennifer Illerhaus betont, „zeigt sich christliche Verantwortung nicht in Sonntagsreden, sondern dort, wo Menschenwürde verteidigt und soziale Gerechtigkeit konkret eingefordert werden.“ Genau darin liegt auch der Auftrag der KAB: den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen und sich öffentlich für gerechte und solidarische Verhältnisse einzusetzen.

Glaube zeigt sich öffentlich, wenn wir uns einmischen. Wenn wir nicht schweigen, wo Unrecht geschieht. Wenn wir Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer stärken, soziale Sicherheit einfordern und für eine Gesellschaft eintreten, die vom Respekt vor jedem Menschen getragen ist.

Darum gilt für uns: Glaube zeigt sich öffentlich. In Solidarität, nicht in Sonntagsreden.

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KAB im Bistum Essen
An St. Ignatius 8
45128 Essen
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