Das kann gut sein. Aber Fastenzeit geht tiefer.
Sie fordert uns heraus, genauer hinzusehen. Auf unser eigenes Leben. Aber auch auf die Verhältnisse, in denen Menschen leben und arbeiten.
Als KAB fragen wir in dieser Zeit nicht nur:
Worauf verzichte ich persönlich?
Wir fragen auch:
Wo wird Menschen Würde genommen?
Wo macht Arbeit krank?
Wo fehlen Schutz, Respekt und Gerechtigkeit?
Viele Menschen erleben ihren Alltag nicht als sicher und tragend.
Sie stehen unter Druck.
Sie müssen immer mehr leisten.
Sie haben zu wenig Zeit für Familie, Erholung und Glauben.
Sie erleben Unsicherheit statt Verlässlichkeit.
Das dürfen wir nicht als normal hinnehmen.
Wir dürfen nicht hinnehmen, dass Menschen trotz harter Arbeit in Unsicherheit leben.
Christlicher Glaube bleibt nicht im Privaten.
Er zeigt sich dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen.
Er zeigt sich dort, wo Unrecht benannt wird.
Er zeigt sich dort, wo Hoffnung in Handeln übersetzt wird.
Als KAB stehen wir für menschenwürdige Arbeit.
Für faire Löhne.
Für soziale Absicherung.
Für Mitbestimmung.
Und für eine Gesellschaft, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt.
„Fastenzeit heißt für uns nicht nur persönlicher Verzicht. Sie ist eine geistliche Einladung, unser Herz für Gott und unseren Blick für die Menschen zu öffnen. Wo Würde verletzt, Gerechtigkeit verweigert und Not übersehen wird, ruft uns das Evangelium dazu auf, nicht gleichgültig zu bleiben, sondern Verantwortung zu übernehmen“, so Diözesanpräses Jürgen Haberl.
Fastenzeit heißt darum auch:
mehr hinschauen.
mehr Mitgefühl zeigen.
mehr Haltung leben.
mehr Gerechtigkeit wagen.
Bitten wir Gott in diesen Wochen um einen wachen Blick.
Um ein hörendes Herz.
Und um den Mut, nicht still zu bleiben, wenn Menschenwürde verletzt wird.
Gebet
Gott,
du willst das Leben in Fülle für alle Menschen.
Öffne unsere Augen für das, was ungerecht ist.
Schärfe unseren Blick für die Menschen, die unter Druck, Unsicherheit und Ausbeutung leiden.
Gib uns den Mut, nicht wegzusehen.
Gib uns die Kraft, uns für Gerechtigkeit und Würde einzusetzen.
Gib uns die Hoffnung, dass Veränderung möglich ist.
Begleite uns durch diese Fastenzeit.
Und stärke uns in unserem Einsatz für eine solidarische Gesellschaft.
Amen.